|
Wo
auch immer es sich mit den Sammlungsbeständen verbinden lässt,
widmet sich das Badische Landesmuseum Karlsruhe dem Aspekt Kulturkontakt
/ Kulturtransfer.
Diese
Sonderausstellung mit modernen Stücken eines alten Kunsthandwerks
zeigt die lange Tradition und hohe Kunst-fertigkeit der türkischen
Fayencemalerei. Im Zentrum stehen Werke von vier zeitgenössischen
türkischen Künstlerinnen. Sie stammen aus Kütahya
und Eskisehir, zwei mittelgroße, im Westen Inneranatoliens
gelegene Universitätsstädte.
Die vier ausstellenden Künstlerinnen wurden dort ausgebildet
und auf internationalen Ausstellungen ausgezeichnet. Bis auf eine
Ausnahme sind sie freiberuflich oder lehrend als Fayencemalerinnen
tätig.

Hacer Özkaya bei der
Arbeit
Ausgestellt
werden etwa 80 Arbeiten von Fügen Özer (geb. 1982), Hacer
Özkaya (geb. 1972), Sevcan Vatansever (geb. 1978) und Zehra
Serbest (geb. 1974). Deren Schaffen liegt im Spannungsfeld zwischen
traditionell islamischer Ornamen-tierung sowie eigenwilliger Gestaltung
und ironischer Rezeption.
 |
 |
Teller
Fügen Özer,
Kütahya |
Teller Hacer
Özkaya,
Kütahya |
Özer
und Özkaya bemalen ihre Teller, Fliesen, Kannen und Platten
in Anlehnung an den traditionellen seldschukischen und osmanischen
Stil.
 |
 |
Teller
Sevcan Vatansever,
|
Teller
Zehra
Serbest,
Eskisehir |
Sevcan
Vatansevers Arbeiten sind geprägt von der Kunst der Kalligraphie.
Ihre fast meditative Malerei inszeniert die islamische Schriftkunst
und geht weit über das rein Dekorative hinaus. Zehra Serbest
schließlich zitiert in ihren keramischen Objekten die traditionelle
Ornamentik und kombiniert sie mit klassisch moderner Form und Gestaltung.
 |
Ganz bewusst stellt
die Ausstellung diese modernen Fayencen auch in ihr entstehungsgeschichtliches
Umfeld. So belegen historische byzantinische, persische, chinesische
und osmanische Keramiken die Ausbildung des islamischen Keramikstils.
|
| Kanne
Türkenbeute Iznik spätes 16. Jh. BLM |
| |
 |
| Andere
Stücke aus der Zeit des französischen Historismus
und Jugendstils (19. Jh.) hingegen zeigen die Einflüsse
der islamischen Dekorationskunst auf das westliche Kunstgewerbe
auf. |
Vase
im Iznik-Stil
Théodore Deck, Paris
um 1870 |
Dem Besucher bietet sich so ein breiter Fächer
von der historischen Dimension, europäischen Rezeption und
dem ornamentalen Zauber traditioneller wie moderner islamischer
Keramik.
Die Ausstellung bietet ein breit gefächerstes
Begleitptogramm
und endet am 18. April mit einer Finissage im Rahmen der 17. Europäischen
Kulturtage Karlsruhe 2004 "Istanbul", an der auch die
ausgestellten Künstlerinnen beteiligt sein werden.
zurück
|
|
|