Mythos Etrusker -
Überlegungen zur Identität eines einzigartigen Volkes

Dr. Ellen Thiermann, Universität Zürich
Do, 11. Januar, 18 Uhr


Alles atmet Lebensfülle –
Archäologische Spaziergänge in Etrurien

Prof. Dr. Stephan Steingräber, Universität Roma Tre
Do, 15. Februar, 18 Uhr


„Sittenlose Etruskerinnen" –
Was sagt die Archäologie zum Frauenbild antiker griechischer Autoren?

Prof. Dr. Friedhelm Prayon, Universität Tübingen
Do, 12. April, 18 Uhr 

 

Sehr schön seien sie, die Etruskerinnen, mit gepflegtem Äußeren, aber auch trinkfest und vergnügungssüchtig, Männern gegenüber freizügig, ja geradezu zügellos, und die Vaterschaft ihrer Kinder sei ihnen oft unbekannt.

 

Solche  Charakterisierungen etruskischer Frauen durch griechische und römische Autoren seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. überraschen, weichen sie doch deutlich ab von dem Bild, dass über die griechischen und römischen Frauen überliefert ist, die sich ausschließlich um Haus und Familie sorgten. Unterschieden sich demnach die etruskischen Frauen tatsächlich wesentlich von ihren Zeitgenossinnen in Griechenland und Rom, oder handelt es sich um Missverständnisse und Verleumdungen?

 

Um diese Frage zu klären, können wir leider nicht auf zeitgenössische Schriftquellen aus Etrurien zurückgreifen. Umso wichtiger und aussagekräftiger ist allerdings die  archäologische Überlieferung, die deshalb im Mittelpunkt des Vortrages stehen wird: Anders als in Griechenland und Rom bestand in Etrurien seit altersher die Sitte, das Grab als häusliche Wohnstätte auszustatten und Abbilder der Verstorbenen aufzustellen. Vielfältig sind die Aussagen der Wandmalereien nicht nur hinsichtlich der Jenseitsvorstellungen, sondern auch in Bezug auf das Familienleben und die Familienstrukturen, ergänzt noch durch Grabinschriften. Dabei zeigt sich, dass in Etrurien sehr klare Familienverhältnisse bestanden und die Ehefrau eine weitgehend gleichberechtigte Partnerin war, die offensichtlich über größere Freiheiten verfügte als dies in Griechenland und Rom der Fall war.


Die Etrusker und wir –
Etruskisches Erbe von der Antike bis heute

Dr. Martin Miller, Stuttgart, Istituto di Cultura
Do, 3. Mai, 18 Uhr

Auch nach der römischen Eroberung Etruriens lebten die Etrusker mit ihrer ganz eigenen Kultur und Sprache weiter. So finden sich Zeugnisse etruskischer Kulte bis in die Spätantike und einzelne etruskische Wörter im heutigen Deutsch. Seit der Renaissance rückten die Etrusker wieder in den Blick der Wissenschaftler und der kunstsammelnden Adligen. Archäologen und interessierte Laien entdeckten das Land der Etrusker, bereisten es und gruben seine Schätze aus. Bildhauer des 20. Jahrhunderts bezeichneten sich als „Etrusker“ und Heavy-Metal-Bands würden gerne die römische Eroberung ihres Landes rächen.

Der Vortrag verfolgt die Beschäftigung mit den Etruskern von der Antike über die Forschungen der frühen Neuzeit bis zur modernen Kunst und der heutigen Musikszene Italiens.

Martin Miller studierte von 1981 bis 1992 in Tübingen und Perugia Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte. Er wurde mit einer Arbeit über vorrömische Befestigungsanlagen in Italien promoviert. Im Anschluss arbeitete er an der Antikensammlung in Berlin und seit 2002 am Italienischen Kulturinstitut in Stuttgart. In den letzten Jahren beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Geschichte des Faches Etruskologie sowie mit der Rezeption der Etrusker bis in die heutige Zeit. Er nahm an Ausgrabungen in Orvieto und in der Nähe von Civitavecchia teil.



4 Euro / erm. 3 Euro, Gartensaal, ohne Anmeldung




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Badisches Landesmuseum
Schloss Karlsruhe
76131 Karlsruhe

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Landschaft in der Toskana